Amaretti Rezept: weiche Amaretti morbidi mit Mandelmehl

Amaretti morbidi sind außen rissig und innen weich wie Marzipan. Das typische Aroma kommt aus Bittermandelaroma – nicht aus rohen Bittermandeln.

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · Redaktion mandelmehl.com

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Kurz gesagt

Für ca. 22 weiche Amaretti verrührst du 200 g gemahlene, blanchierte Mandeln, 150 g Zucker, 2 halbsteif geschlagene Eiweiß und Bittermandel-Aroma, kühlst den Teig 30 Minuten, wälzt 20-g-Kugeln in Zucker und Puderzucker und backst sie 15–18 Minuten bei 160 °C. Sie sind glutenfrei, aber wegen des Zuckers kein Low-Carb-Gebäck.

Warum Amaretti morbidi so einfach sind

Amaretti morbidi sind eines der ältesten Mandelgebäcke Italiens und brauchen nur drei Grundzutaten. Anders als bei Macarons musst du nichts makronieren und keine Meringue stabilisieren: Das Eiweiß wird nur halbsteif geschlagen und dient als Bindung. Die Risse entstehen, weil die Zuckerschicht außen schneller trocknet, als der weiche Kern beim Backen aufgeht.

Welches Mandelmehl und welches Aroma?

Nimm vollfettes, blanchiertes Mandelmehl bzw. fein gemahlene Mandeln ohne Haut. Die helle Farbe ist für Amaretti typisch, und ein feiner Mahlgrad ergibt den marzipanartigen Kern. Mandeln mit Haut funktionieren, der Teig wird aber dunkler und etwas herber (blanchiert oder natur). Italienische Mandeln aus Sizilien oder Apulien gelten als besonders aromatisch, für das Rezept ist die Herkunft aber nicht entscheidend.

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Achtung

Das typische Amaretti-Aroma stammt ursprünglich von Bittermandeln oder Aprikosenkernen. Diese enthalten Amygdalin, aus dem Blausäure freigesetzt werden kann. Verwende deshalb Bittermandel-Aroma oder -Öl aus dem Backregal, keine rohen Bittermandeln in größeren Mengen.

Rezept: Amaretti

glutenfreivegetarischlaktosefrei

Vorbereitung
15 Min.
Backen/Garen
16 Min.
Ruhezeit
30 Min.
Gesamt
1 Std. 1 Min.
Menge
ca. 22 Amaretti
Schwierigkeit
einfach

Zutaten

  • 200 g gemahlene Mandeln, blanchiert (fein)
  • 150 g feiner Zucker
  • 2 Eiweiß (ca. 65 g)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Fläschchen Bittermandel-Aroma (2 ml)
  • 1 EL Amaretto (optional)
  • abgeriebene Schale ½ Bio-Zitrone (optional)
  • 30 g Zucker zum Wälzen
  • 50 g Puderzucker zum Wälzen

Du brauchst

Zubereitung

  1. Gemahlene Mandeln und 150 g Zucker in einer Schüssel mischen.
  2. Eiweiß mit Salz halbsteif schlagen: Es soll weiße, weiche Spitzen bilden, die umkippen, aber nicht mehr flüssig sein.
  3. Eiweiß, Bittermandel-Aroma, Amaretto und Zitronenschale zu den Mandeln geben und mit einem Teigschaber zu einer klebrigen, formbaren Masse verrühren.
  4. Teig abgedeckt 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Mandeln Feuchtigkeit aufnehmen und er sich formen lässt.
  5. Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, Blech mit Backpapier belegen.
  6. Mit leicht angefeuchteten Händen Kugeln à ca. 20 g formen. Jede Kugel erst in Zucker, dann großzügig in Puderzucker wälzen.
  7. Kugeln mit 3 cm Abstand aufs Blech setzen und mit zwei Fingern leicht zusammendrücken, sodass sie oben etwas spitz zulaufen.
  8. 15–18 Minuten backen, bis die Oberfläche deutlich gerissen und die Unterseite hellgolden ist. Die Amaretti fühlen sich noch weich an.
  9. Auf dem Blech vollständig auskühlen lassen – erst dann werden sie fest genug zum Lösen.
Nährwerte pro Stück (berechnet, Richtwerte)
Energieca. 89 kcal
Kohlenhydrateca. 8.7 g
Eiweißca. 2.3 g
Fettca. 4.7 g
Ballaststoffeca. 0.9 g

Tipps für perfekte Amaretti

Teigkonsistenz

Der Teig soll sich wie weiches Marzipan anfühlen: klebrig, aber formbar. Ist er zu flüssig, waren die Eiweiße zu groß – gib 20–30 g gemahlene Mandeln dazu. Ist er bröselig, hilft ein Teelöffel Eiweiß oder Amaretto. Entöltes Mandelmehl ist hier ungeeignet, weil es zu viel Flüssigkeit bindet (siehe entölt oder teilentölt).

Wälzen und Formen

Spar nicht beim Puderzucker. Eine dicke, weiße Schicht ist die Voraussetzung für die schönen Risse. Feuchte Hände verhindern, dass der Teig klebt; zu nasse Hände lösen aber den Zucker wieder auf.

Backzeit

Nimm die Amaretti heraus, solange sie sich in der Mitte noch weich anfühlen. Nach dem Abkühlen ziehen sie an. Zwei Minuten zu lang, und du hast knusprige Amaretti secchi statt morbidi.

Variationen

Aufbewahrung

In einer Blechdose halten Amaretti morbidi 1–2 Wochen weich. Lege die Lagen mit Backpapier aus. Sie lassen sich auch gut einfrieren: luftdicht verpackt bis zu 3 Monate, Auftauen bei Raumtemperatur in ca. 30 Minuten. Wie lange Mandelmehl selbst hält, erklärt der Artikel zur Haltbarkeit von Mandelmehl.

Wenn etwas schiefgeht

ProblemUrsacheLösung
Amaretti laufen flachTeig zu feucht, nicht gekühlt20–30 g Mandeln mehr, 30 Min. kühlen
Keine RisseZu wenig Puderzucker, Ofen zu kühlDick wälzen, Ofentemperatur prüfen
Hart statt weichZu lange gebackenBei weichem Kern herausnehmen
Aroma zu stark, bitterZu viel Aroma oder echtes BittermandelölMit ½ Fläschchen beginnen und abschmecken

Mehr Ursachen findest du unter Backfehler mit Mandelmehl. Ein ähnliches, deutsches Gebäck sind die Mandelmakronen auf Oblaten; wer einen ganzen Kuchen aus Mandeln möchte, backt die spanische Tarta de Santiago.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Amaretti morbidi und secchi?
Morbidi sind weich und werden aus Eiweiß, Zucker und Mandeln geformt und kurz gebacken. Secchi sind kleiner, trockener und knusprig, enthalten oft etwas Mehl und werden länger gebacken.
Darf ich echte Bittermandeln verwenden?
Nur in sehr kleinen Mengen. Rohe Bittermandeln enthalten Amygdalin, aus dem im Körper Blausäure entstehen kann. Für Gebäck ist Bittermandelaroma die sichere Wahl.
Warum bekommen meine Amaretti keine Risse?
Die Kugeln wurden nicht dick genug in Zucker und Puderzucker gewälzt oder der Ofen war zu kühl. Die Zuckerschicht trocknet schnell und reißt auf, wenn der Kern aufgeht.
Sind Amaretti glutenfrei?
Dieses Rezept ja, es enthält kein Mehl. Achte bei gekauften Aromen und Puderzucker trotzdem auf den Hinweis „glutenfrei“, wenn du Zöliakie hast.